PDF

Akute Atemwegsinfektionen: Phytotherapie mit dualem Wirkprinzip

Dtsch Arztebl 2005; 102(42): A-2886
VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen
Hoc, Siegfried
Akute Infektionen der oberen Atemwege machen sich zunächst durch Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen bemerkbar. Da sie in mehr als 90 Prozent der Fälle durch Rhino-, Influenza-, Parainfluenza- oder seltener durch Coronaviren verursacht werden, kann auch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen und Fieber auftreten. Pfropft sich sekundär eine bakterielle Infektion auf, dominieren die Erreger Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Ein eitriger, oft grünlicher Auswurf sei der stärkste klinische Hinweis auf eine bakterielle Superinfektion, erinnerte Prof. Adrian Gillissen (Leipzig).
Virusbedingte Infektionen des oberen Respirationstraktes sollten nur symptomatisch behandelt werden. Antibiotika sind nur bei bakteriellen Infektionen indiziert, also bei putridem Auswurf und Fieber höher als 38 ºC, wenn vorher durch eine mikrobiologische Diagnose das Erregerspektrum bestimmt wurde. Auch in Deutschland würden viel zu häufig sinnlos und „blind“ Antibiotika eingesetzt, wodurch die Resistenzproblematik weiter verschärft werde, so Gillissen.
Einen hohen Stellenwert in der Therapie von akuter Bronchitis mit Husten haben seit jeher pflanzliche Arzneimittel, vor allem Extrakte aus Thymiankraut und Primelwurzel. Das ätherische Öl des Thymians mit seinen Hauptbestandteilen Thymol und Carvacrol zeigt einen ausgeprägten expektorierenden Effekt. Da es auch eine sekretomotorische Wirkung hat, fördert es die mukoziliäre Clearance. Die Triterpensaponine und Phenylglukoside aus der Wurzel der Schlüsselblumen (Primula-Arten) bewirkten Sekretolyse beziehungsweise hätten antiphlogistische Eigenschaften, erklärte Dr. Alexander Schenk (Havixbeck).
Die Kombination beider Extrakte in Bronchicum® wirkt synergistisch. So ergab eine experimentelle Studie, dass die Kombination die Ausschüttung von Interleukin-8 in den Monozyten dosisabhängig und deutlich stärker hemmt, als es die entsprechenden Monoextrakte können. Dieser Wirkungsmechanismus erklärt wenigstens zum Teil die mukolytische und antientzündliche Aktivität der Kombination.
Dr. Jörg Grünwald (Berlin) berichtete über placebokontrollierte klinische Studien mit beiden Zubereitungen an Erwachsenen und Kindern bis zum zwölften Lebensjahr, die weniger als 48 Stunden an einer akuten Bronchitis erkrankt waren. Beurteilt wurde die Wirksamkeit mit dem Bronchitis-Schwere-Score (BSS), der sich aus den Symptomen Husten, Sputum, Rasselgeräusch, Brustschmerz beim Husten und Dyspnoe zusammensetzt.
Sowohl die alkoholfreien Tropfen als auch das Elixier-S reduzierten die BSS-Punktezahl gegenüber Placebo hoch signifikant. Am Ende der Studien von sechs bis acht Tagen waren mehr als 50 Prozent der Patienten ohne Beschwerden. Auch bei den Kindern im Alter von ein bis zwölf Jahren wurden Wirkung, Verträglichkeit und Compliance mit „gut“ bis „sehr gut“ bewertet.
Die Patienten im Alter von ein bis vier Jahren erhielten täglich 6 × 2,5 ml Bronchicum Elixier beziehungsweise 5 × 25 Tropfen, die Patienten im Alter von fünf bis zwölf Jahren nahmen täglich 6 × 5,0 ml Elixier beziehungsweise 5 × 25 Tropfen ein. Die Erwachsenen nahmen täglich 5 × 30 Tropfen oder 6 × 5 ml Elixier (circa ein Teelöffel) ein. Die klinische Besserungsrate betrug zwischen 74 und 94 Prozent. Siegfried Hoc

Pressekonferenz „Akute Infekte der oberen Atemwege: Rationale Phytotherapie setzt Standards“ in München, Veranstalter: Cassella-med Klosterfrau
LNSLNS