3/53

praxisnah – 09.11.2010

Online wird alles besser...

Online wird alles besser – so soll jetzt auch unsere Quartalsabrechnung zu aller Zufriedenheit per Netz unserer KV übermittelt werden. Nur noch ein paar Mausklicks statt einer altertümlichen Diskette, die von einer Sekretärin der KV in vorsintflutlicher Handarbeit in den PC geschoben wurde.

Begeistert war ich, ohne Frage, bis ich einen Kostenvoranschlag für die Installation von KV-SafeNet auf dem Tisch hatte. Über 600 Euro für die Installation, dazu monatliche Folgekosten von 20 Euro. Dafür soll es ziemlich datensicher sein, dafür kann ich bundesweite Online-Anwendungen nutzen und mich im KV-Netz tummeln.

Das ist ja schön, trotzdem habe ich mit diesen erheblichen Summen zur Bereicherung meines online-Lebens ein Problem. Es wird nicht bei 20 Euro pro Monat bleiben, wie bei vielen anderen Innovationen werden die Gebühren immer weiter steigen.

Das ist so sicher wie die im Fall begriffenen Regelleistungsvolumina. Für die verlangten Summen würde ich gerne zu meiner KV nach Münster fahren und persönlich eine Diskette in den PC der freundlichen Mitarbeiterin schieben.


Leserkommentare

keinvertreter100 am Dienstag, 16. November 2010, 20:19
KV-Safenet die Wahrheit und Realität verschwimmt!
Ja - Die Lösung des KV-Safenet also die reine Datenleitung zwischen Arzt und Provider ist sicher! Leider gilt das weder für die Praxen selber die auch darüber unbemerkt überwacht werden können und die dafür verwendeten Boxen wie die Black-BOX (eine umkonfigurierte AVM Fritzbox) ist nachgewiesen unsicher. Offene Ports die schon nachgwiesen worden und bestehende Hacks im Internet lassen erahnen das im Falle von Datenspionage so keiner mehr alleine dem Provider mehr den schwarzen Peter zuschieben kann.

Der Arzt der so eingeschränkt ist das er seine gesamten Praxisdaten von anderen unbemerkt ausspionieren lässt sollte heute schon mit Klagen rechnen. Da hilft weder die Berufshaftpflicht noch die Advocard!

Euer Keinverteter100
röntgen am Donnerstag, 11. November 2010, 16:47
Fortschritt in der Medizin ohne sichere IT gibt es einfach nicht mehr!
Hallo zusammen,

nun, die Akzeptanz von KV-SafeNet wird in der Ärzteschaft immer nachhaltiger.

Mittlerweile über 16000 Arztpraxen in Deutschland haben sich für einen KV-SafeNet Zugang entschieden.

Heisst das jetzt, dass diese 16000 Praxen, täglich kommen weitere hinzu, nicht mündig sind zu entscheiden, was gut für sie ist und was nicht? Wohl kaum!!!

Und nochmals: Es ist ein Märchen glauben zu müssen, dass diese Praxen faktisch dazu gezwungen wurden. Nein! Die Verantwortlichen in den Praxen haben für sich selbst erkannt, der IT-Fortschritt macht auch vor der eigenen Tür nicht halt. Das KV-SafeNet ist ein vernünftiger Weg für eine (recht) sichere Online-Übermittlung von Sozialdaten u. weiteren kritschen Daten.

Und das KV-SafeNet bietet darüber hinaus noch weitaus mehr Möglichkeiten.

Themenwechsel: Sogar unser Minister für Gesundheit - im übrigen, mit Rückendeckung durch Herrn Bahr (!!!) - gibt jetzt mächtig Gas beim Thema Gesundheitskarte und Online-Anbindung. Auch so ein streitbares Thema. Fakt ist aber, ist die Karte erst einmal da, wird kein Hahn mehr danach krähen, was da mal war. Ja, was war denn da eigentlich? Genau, viel Blödsinn, der erzählt und "gestreut" wurde.

Wagen Sie doch bitte einmal einen Blick zu unseren Nachbarn nach Österreich: Die Gesundheitskarte gehört da schon längst zum Alltag und negative Stimmen werden Sie kaum finden. Da müssen Sie mir der Lupe suchen. Aber auch hier war das "Geschrei" im Vorfeld ordentlich.

Warten wir es doch einfach einmal ab und geben dem Projekt eGK eine Chance.

Aber, nochmals, jeder Leistungserbringer entscheidet für sich selbst, welchen Weg bzw. welchen Alternativweg zum KV-SafeNet er einschlägt. Oder er reicht auch weiterhin seine Abrechnung per Diskette ein. Auch kein Problem. Die KBV hat klar entschieden: Die Online-Abrechnung ist nicht verpflichtend. Die einzelnen Landes-KVen entscheiden hier - und viele von denen haben entschieden, dass es keine Pflicht geben wird. Die Überzeugungsarbeit von in der Vordergrund rücken - und nur so funktionierts.

Zu guter Letzt: Das KV-SafeNet hat mittlerweile auch einen sehr hohen Stellenwert in den Kliniken erreicht. Mit welcher Klinik sie auch sprechen, entweder ist das KV-SafeNet dort schon gegenwärtig oder die Verantwortlichen beschäftigen sich gerade mit der Fragestellung zur Einführung.

röntgen, ein bekennender Pro-Sprecher von sicherer IT im Gesundheitswesen!

Thelber am Donnerstag, 11. November 2010, 10:08
So ein Unsinn !!
Ich frage mich immer wieder, worin der Vorteil liegen mag, Daten online zu verschicken anstelle einer Disektte und sie von dieser zu übernehmen.

Antwort 1): Neue Rechner haben kein Diskettenlaufwerk mehr

Antwort 2): Die mitarbeiter in den Abrechnungszentren wissen nicht mehr, wie sie eine Diskette in den Rechner einschieben müssen.

Beide Antworten sind wenig sinnvoll, 1-2 Minuten Diskette einlesen in die KV-EDV je Praxis ist sicher und ein vielfaches weniger aufwendig als die Erstellung derselben in der Praxis !!!

Bleibt
Antwort 3) Es hat was mit Prestige zu tun.
keinvertreter100 am Dienstag, 9. November 2010, 21:13
620,- € und schon kann jeder ihre Praxis überwachen - Glückwunsch
Wenn das mit der KV-Onlineabrechnung nicht genauso gefährlich gehändelt wird wie mit der ganzen Praxis-EDV-Einführung hätte mich ja gewundert. Aber immer wieder das gleiche Schema! Die Ärzte bekommen irgendetwas in die Praxis geliefert und installiert und nutzen das blind. Das obwohl sie dafür ganz alleine die rechtliche Verantwortung tragen. SO fühlt sich kein Lieferant von Hard- und Software schuldig und die Dachorganisationen die das freigeben erst recht nicht!

Doch keiner erzählt den Ärzten die Wahrheit! Wollen die diese denn überhaupt wissen? Denn wenn? Würden sie sich keine Black-Box in die Praxis und ihre Praxisnetzwerk installieren lassen!!! Da diese nachgewiesen nicht nur extreme Schwachstellen (offene Ports ) über die man sehr einfach in das Praxisnetzwerk eindringen kann und die ganze Hard-, Software und angeschlossene Kommunikation) unbemerkt übernehmen, steuern und ausspionieren kann. Doch schön das der Arzt das ohne fremde proffesionelle Hilfe garnicht verhindern kann! Denn die gelieferte Black-Box ist natürlich mit einem Passwort gesichert (das meistens das gleiche in den installierten Praxen ist - haha) so das der Arzt ja nix merkt, verhindern oder sich schützen kann.

Hier aber lange nicht Schluß denn nun kommt die schon oben genannten Gefahren seit EInführung von Praxis-EDV hinzu. Da es in Deutschland vielleicht 30 Praxisnetzwerke gibt die aktuell sicher und vernüntig eingerichtet sind. Die viel zu teuere billig Hardware und die meistens einkabligen Praxisverkabelungen verhindern das man Praxis- und Intranet in der Praxis trennen kann. Denn das wäre wichtig! Da das Internet nicht das wirklichiche Sicherheitsproblem ist sondern die dort vorzufindende Hardware, Software, Verkabelung und Installation sowie notwendig sichere Einrichtung dieser!

Ich kann nur sagen das meine 5,- € Monatsbeitrag im leider einzigen Verbraucherschutzverein für Ärzte in Gelsenkirchen wirklich gut angelegt sind. Bestimme ich wer, wann und wie wer an meine Praxisdaten kommt und wem ich wirklich was für seine gute Hardware, Dienstleistung oder Software zahle.

Na ja Bequemlichkeit hat manchmal seinen Preis. Aber Abzocken und uns gefährden lassen! Damit ist bei mir Schluss!

Grüße aus Bochum

Bookmark-Service:
3/53
praxisnah
Frau Doktor
Börsebius
Britain-Brain-Blog
Das lange Warten
Dr. McCoy
Dr. werden ist nicht schwer...
Gesundheit
Gratwanderung
Lesefrüchtchen
Sea Watch 2
Pflegers Schach med.
PJane
Polarpsychiater
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Unterwegs
Vom Arztdasein in Amerika