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Das lange Warten – 05.08.2016

Neue Erfahrungen mit der Nachtdialyse

Paul Behrend berichtet, dass er „sich zur Nachtdialyse überreden ließ“. Dabei habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil er früher in der Nachtdialyse nie richtig schlafen konnte. Er habe dann aber trotz seiner Skepsis damit angefangen und schon nach drei Wochen beschlossen: „Damit hörst du wieder auf. Ich konnte überhaupt nicht schlafen, und obwohl ich nicht mehr arbeiten gehe, war es ganz furchtbar. Ich war am nächsten Tag immer völlig erschöpft und habe den ganzen Tag gebraucht, um die Dialyse wieder aus dem Körper zu bekommen.“

Auf Empfehlung seiner Frau habe er schließlich eine befreundete Heilpraktikerin aufgesucht. Zwar könne er sich von Vorbehalten gegen die alternative Medizin nicht ganz freimachen, aber: „Ich hatte schon gute Erfahrung mit Osteopathie gemacht. Meine Physiotherapeutin hat heilende Hände.“ Deshalb habe er trotz seiner Skepsis einen Termin mit der Heilpraktikerin vereinbart.

Diese habe dann versucht herauszufinden, was die Ursache seiner Schlaflosigkeit sei. „Ich habe ihr von den Nadeln im Arm berichtet und dass man sich manchmal sticht, wenn man den Arm bewegt. Und dann rennen da ständig die Maschinen, und ab und an gibt es auch Alarm.“ Daraufhin habe ihm die Heilpraktikerin ein Schüsslersalz zur Muskelentspannung sowie eine hoch konzentrierte Lavendeltinktur als Einschlafhilfe empfohlen.

Zunächst habe er nur das Schüsslersalz eingenommen. „Und siehe da: Ich habe vom ersten Mal an geschlafen. Aus dem Stand heraus vier Stunden.“ Er sei allerdings nicht richtig in die Tiefschlafphase gekommen und häufig nachts aufgewacht, berichtet Behrend. Deshalb habe er zusätzlich zwei bis drei Tropfen der Lavendeltinktur aufgelöst in warmem Wasser bekommen. „Und seitdem schlafe ich. Ich musste seit Anfang letzter Woche jeden Morgen geweckt werden.“

Und inzwischen könne er der Nachtdialyse auch Positives abgewinnen. „Das sind ja jetzt acht Stunden Dialyse statt sechs, was dazu führt, dass ich mich körperlich etwas fitter fühle.“ Er hat auch den Eindruck, dass seine Polyneuropathie graduell besser werde. Selbst die heißen Sommertage habe er gut überstanden.

Um sechs Uhr morgens ist Behrend in der Regel wieder zu Hause. „Und dann genieße ich es, dass ich mich noch mal hinlegen kann. Vielleicht schlafe ich noch mal so zwei bis drei Stunden, frühstücke ausgiebig, und der Tag kann kommen.“ Er sei dann einigermaßen dem Alltag gewachsen und habe jetzt auch die Möglichkeit, häufiger etwas zu unternehmen. 


Leserkommentare

Glufenmichel am Dienstag, 17. Januar 2017, 21:33
und jetzt...?
nichts Neues mehr seit August?

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