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Money, Money, Money

Mittwoch, 13. Dezember 2017
Money, Money, Money

Wie bereits in einem meinen letzten Beiträgen erwähnt, habe ich zunehmend Schwierigkeiten mit der Mission meiner Abteilung. Während ich primär versuche, Patienten zu behandeln und dabei zu lernen, verfolgen meine Vorgesetzten scheinbar eher Zahlen.

Bei der Indikation für eine stationäre Aufnahme oder Operation scheint die Frage, ob man es rechtfertigen könne, meist wichtiger zu sein als die Frage, ob der Patient überhaupt davon profitiert. Dies führt zu Überdiagnostik und Übertherapie. Bisweilen mit unabsehbaren Langzeitfolgen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige der überflüssigen und zum Teil sehr unangenehmen Abklärungen vor allem bei jungen Patienten dazu führen, dass diese sich noch später oder gar nicht mehr ärztlich vorstellen, auch wenn dann möglicher­weise tatsächlich eine Abklärung indiziert wäre.

Unsere Abteilung hat sich im Krankenhaus mittlerweile einen wenig schmeichelhaften Ruf erarbeitet. Mich wundert nur, dass die Hausärzte nicht öfter reklamieren, wenn ihre Patienten fragwürdigen Maßnahmen unterzogen werden. Eigentlich sollte ich mich ja mit meinen Erfahrungen nicht mehr wundern. Und doch setzt es mir weiterhin zu. Hofft, dass er den falschen Anreizen nie derart erliegen wird,

Euer Anton Pulmonalis