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Börsebius – 03.02.2017

Die verflixte Sieben oder wie das Jahr wird

So war das in grauen Vorzeiten schon, so war das im Mittelalter, so eben auch in unse­rer ach so aufgeklärten Internetwelt: Mehr, am besten alles, über die Zukunft erfahren zu wollen, bewegt die Menschen bis ins Innerste. Weissagungen und Prognosen sind gefragter denn je, und das ist ja auch natürlich im Spiegel der unsicheren Zeitläufe. Kein Wunder also, dass sich zum Jahreswechsel Experten jeglicher Couleur einfinden, gute und gruselige, um den Leuten zu prophezeien, was denn so alles auf sie zukäme in dem noch jungen Jahr.

Besonders begehrt sind auch Aussagen zu den Finanzmärken, geht’s rauf oder runter an den Weltbörsen, was machen Zinsen, Währungen, Gold und die Rohstoffmärkte? Ich habe mir das alles angesehen und, glauben Sie mir, für 2017 traut sich kaum einer was. Mehr oder weniger meinen die Experten, dass sich nicht viel tut an den Börsen, biss­chen rauf, bisschen runter, am Ende würde sich dann aber alles mehr oder weniger auf dem Niveau des letzten Jahres einpendeln, Tendenz etwas schwächer.

Der Teufel hole den Konsensus. Einmal davon abgesehen, dass selbst renommierte For­schungsinstitute mit ihren Konjunkturprognosen in vielen Fällen gnadenlos schief­liegen und auch Börsenexperten oft genug fatal daneben tippen, glaube ich persönlich fest daran, dass es in diesem Jahr an der Börse gewaltig scheppern wird. Das will ich auch gerne begründen. Zunächst einmal ist klar, dass die Zinsen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa (mit Verzögerung) steigen werden, was per se schlecht für die Börsen ist. Anleger sind also gut beraten, sich darauf einzustellen, will heißen: Renten­fonds sind tabu und müssen verkauft werden (ja, ich weiß, ich erschrecke einige von Ihnen, aber das muss sein). Gold wird erst recht unattraktiv. Rohstoffe dürften unter einer nachlassenden Konjunktur weltweit leiden. Die Aktienmärkte rechtfertigen nicht mehr ihre hohen, will heißen zu hohen KGVs (Kurs-/Gewinnverhältnisse) und sind von daher schon überbewertet. Stockpicking (die Suche nach unterbewerteten Titeln) ist daher das Gebot der Stunde.

Nicht zuletzt: Kalenderjahre mit einer „7“ am Ende verliefen in der Regel an der Wall Street noch immer turbulent. Ja, die heilige Zahl Sieben vermag doch immer wieder zu verblüffen. Oder eben die verflixte Sieben. Aber ein bischen Aberglaube muss halt sein. Auch in heutigen Zeiten.


Leserkommentare

Claus-F-Dieterle am Freitag, 3. Februar 2017, 23:55
Weisheit erlangen
"Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern und macht dem, der ihn bittet, keine Vorhaltungen. Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die -vom Wind aufgepeitscht- einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird. Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen, denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein." Jakobus 1, 5-8 (Neue Genfer Übersetzung)

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