Ausland – 05.09.2016

Pariser Klinik stoppt nach Tod von Frühchen Muttermilchspenden

Paris – Ein Kinderkrankenhaus in Paris hat nach dem ungeklärten Tod von zwei Früh­chen seine Muttermilchspenden gestoppt. Die zuständige Krankenhausverwaltung er­klär­­te am Wochenende, dies geschehe vorübergehend „aus Sicherheitsgründen“. Zuvor hatten sich drei Frühchen mit einem Bakterium infiziert, nachdem sie mit Muttermilch aus dem Kinderkrankenhaus Necker versorgt worden waren. Zwei von ihnen starben daran.

Derzeit könne nicht bestätigt werden, dass die Milch für die Infektionen verantwortlich sei, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, erklärte die Pariser Kranken­haus­ver­waltung (AP-HP) weiter. Demnach wurden auch bereits verteilte Mutter­milcheinheiten zurückgerufen. Die Verwaltung arbeite dabei eng mit den beteiligten Gesund­heits­be­hör­den zusammen.

Über die Milchbanken wird Muttermilch von Müttern gespendet, die zu viel Milch produ­zie­ren. Gerade für Frühchen kann die nährstoffreiche Muttermilch überlebenswichtig sein. Die Milchbank der Necker-Klinik verteilt im Monat etwa 700 Liter Muttermilch.

Die Infektionen bei den Frühchen waren seit dem 6. August aufgetreten. Der Kranken­haus­verwaltung zufolge liefen Ermittlungen dazu, ob die Bakterienstämme identisch sind und ob es eine gemeinsame Ursache für die Erkrankungen gibt. Die Ergebnisse sollen Ende kommender Woche vorliegen.

© afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

Dr.Bayerl am Dienstag, 20. September 2016, 09:34
heist das, dass gepoolte Spendermilch bakteriologisch nicht überwacht wird?
Oder alternativ nicht sterilisiert/pasteurisiert wird???
Dann bitte lieber Alete etc.

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