Ärzteschaft – 19.05.2017

Kassen übernehmen mehr Kosten für Sehhilfen

/Matthias Stolt, stock.adobe.com

Berlin – Ab sofort können Augenärzte kurz- und weitsichtigen Patienten sowie Erwachsenen mit einer Hornhautverkrümmung ab einem bestimmten Dioptrienwert eine Sehhilfe verschreiben. Eine entsprechende Änderung des Heil- und Hilfsmittel­versorgungsgesetzes ist im April in Kraft getreten.

Danach müssen Krankenkassen auch bei volljährigen Versicherten mit verordneter Fernkorrektur ab 6,25 Dioptrien bei Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie ab 4,25 Dioptrien bei einer Hornhautverkrümmung die entsprechenden Brillengläser bezahlen. Die Verordnungsfähigkeit von therapeutischen Sehhilfen wird dagegen durch die Neuregelung nicht tangiert.

Wichtig ist, dass die Dioptriengrenze bei der verordneten Fernkorrektur erreicht wird und der Augenarzt seine Verordnung entsprechend begründet. Sollte beispielsweise die erforderliche Dioptriengrenze nur auf einem Auge erreicht werden, können trotzdem für beide Augen Brillengläser oder bei „medizinischer Indikation“ Kontaktlinsen verordnet werden.

© hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

Mathilda am Montag, 22. Mai 2017, 15:11
Betonung liegt auf "mehr" Kosten
Wichtig wäre noch die Anmerkung, dass die Krankenkassen durchaus nicht die Brillengläser bezahlen, sondern lediglich den festgelegten Festzuschuss zu den Gläsern. Der deckt nicht annähernd die Kosten für die Brillengläser. Da er dies auch bei Kindern nicht tut, Kinder also regelmäßig zu den Gläsern ihrer Brille aufzahlen müssen, ist zu hoffen, dass der Gesetzgeber auch hier bald reagiert, und eine Anhebung des Festzuschusses auf die Höhe der üblichen Gläserpreise anordnet.

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