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Auch Gehirnerschütterung ohne Bewusstseinsverlust kann Risiko für Demenz erhöhen

Dienstag, 15. Mai 2018
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San Franzisko – Eine sogenannte milde traumatische Gehirnverletzung (traumatic brain injury, TBI) muss nicht zu einem Bewusstseinsverlust führen, um ein höheres Risiko für eine Demenz auszulösen. Das berichten Wissenschaftler der University of California, San Francisco, in der Fachzeitschrift JAMA Neurology (2018; doi: 10.1001/jamaneurol.2018.0815).

Eine TBI ist ein Schlag, Ruck oder Stoß auf den Kopf, der eine Störung der normalen Gehirnfunktion verursacht. Seine Schwere misst sich unter anderem daran, ob es einen Bewusstseinsverlust gibt, wie stark das Gedächtnis geschwächt ist und wie lange diese Veränderungen andauern. Milde TBI, auch bekannt als Gehirnerschütterung, erklärt laut den Autoren die meisten Fälle von TBI in den USA. Die Forscher berichten, dass von den 2,8 Millionen TBIs, die im Jahr 2013 in den USA auftraten, rund 80 % milde TBIs waren.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher zwei Quellen von Gesundheitsinformationen über US-Veteranen. Eine Quelle war eine Datenbank von verschiedenen Veteranen, deren TBIs entweder während des Dienstes oder während ihres Lebens als Zivilisten aufgetreten sind. Die andere Datenbank enthielt nur Aufzeichnungen von Veteranen, die im Irak und in Afghanistan gedient hatten. Die meisten der TBIs, welche diese Datenbank aufführt, waren während des Militärdienstes aufgetreten.

Insgesamt wurden 178.779 Personen mit TBI diagnostiziert, davon 54 % mit leichter TBI. Die Forscher verglichen sie mit der gleichen Anzahl von Personen ohne TBI-Geschichte, wodurch sich die Gesamtzahl der von der Studie erfassten Personen auf mehr als 350.000 erhöhte. Das Durchschnittsalter der Veteranen war 49 Jahre, die Wissenschaftler untersuchten ihre gesundheitliche Entwicklung über durchschnittlich 4,2 Jahre.

Die Forscher fanden heraus, dass selbst nachdem sie Geschlecht, Rasse, Alter und medizinische Bedingungen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten, berücksichtigt hatten, TBI mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden war. Sie beschreiben aus ihren Daten folgende Zusammenhänge:

  • Milde TBI ohne Bewusstseinsverlust war mit einem 2,36-fach höheren Risiko verbunden.
  • Milde TBI mit Bewusstseinsverlust war mit einem 2,51-fach höheren Risiko verbunden.
  • Moderate bis schwere TBI war mit einem 3,77-fach höheren Risiko verbunden.

Die Ergebnisse waren für die beiden Datenquellen weitgehend ähnlich, sodass das Team zu dem Schluss kam, dass milde TBIs, die während des Militärlebens auftreten, ebenso wahrscheinlich einen Zusammenhang mit Demenz haben wie solche, die in der Gesamtbevölkerung auftreten.

Die Pathomechanismen für diese Zusammenhänge sind indes unklar. „Wir brauchen mehr Forschung in diesem Bereich“, sagte die leitende Studienautorin Kristine Yaffe von der University of California, San Francisco.

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