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Heil dämpft Hoffnung auf rasche bessere Bezahlung in der Altenpflege

Mittwoch, 16. Mai 2018
Hubertus Heil /dpa

Berlin – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Hoffnung auf eine schnelle bessere Bezahlung für Altenpfleger durch flächendeckende Tarifverträge gedämpft. Er möchte die Tarifverträge in der Pflege für allgemeinverbindlich erklären, sagte Heil heute auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin. Das von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ausgegebene Ziel, dies bereits „zum kommenden Jahr“ hinzukriegen, wertete der Bundesarbeitsminister aber als ambitioniert.

„Dann müssen wir Euch und alle Arbeitgeber an einen Tisch kriegen und darüber reden, dass wir an diesem Punkt voranmachen“, sagte Heil zu den Gewerkschaftern. In der Altenpflege gibt es allerdings eine besondere Situation, da viele Heime kirchlich geführt sind und es dort keine klassischen Tarifverträge gibt.

Komplizierter als gedacht

Mit Spahn und Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) werde er bei anstehenden Beratungen „die ganze Palette“ diskutieren. An die Adresse der Union gerichtet regte Heil an, ihm die Möglichkeit, Tarifverträge allgemeinverbindlich zu erklären, generell zu erleichtern, „falls das notwendig ist“. Auch wenn dies nicht im Koalitionsvertrag stehe, wie er einräumte.

Der Bremer Pflegeforscher Heinz Rothgang hatte bereits im März gesagt, dass es nicht einfach werde, das Vorhaben von flächendeckenden Tarifverträgen in der Pflege umzusetzen. Denn die Mehrzahl der Heimträger sei freigemeinnützig ohne klassische Tarifverträge. Um einen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären, müsse er aber in der Mehrheit der Einrichtungen gelten.

Heil forderte zudem mehr Geld für die Heimbetreiber, wenn es mit mehr Geld für die Beschäftigten klappt. „Wenn wir das zustande kriegen, sind die Unternehmen auch darauf angewiesen, dass sie Kosten refinanziert bekommen“, sagte er. Die Linke-Pflegeexpertin Pia Zimmermann forderte, dass der Flächentarifvertrag ohne Ausnahmen für alle Beschäftigten in der Pflege gelten müsse. „Es darf nicht sein, dass Pflegeunternehmen weiterhin Profite damit erwirtschaften, dass sie den Pflegekräften Dumpinglöhne bezahlen“, sagte sie.

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