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Leben nach der Organspende

Dienstag, 21. Februar 2012
Kommentare
Clara1961 am Sonntag, 25. März 2012, 15:32
Zwei Videos - beide pro Organspende
Mir persönlich fehlt es hier an Ausgewogenheit. Wo kommen die Eltern zu Wort, die nach dem plötzlichen Tod des eigenen Kindes ihre Entscheidung für eine Organspende bitterlich bereut haben? Und: Sind wirklich alle Organempfänger dankbar für die Lebensverlängerung, die ihnen geschenkt wurde - und welche Qualität hat dieses Leben?

Leider können wir keine Multi-Organspender nach ihrer Organentnahme um ihre Meinung befragen. Ich wäre daran höchst interessiert. Da sie keine eigene Stimme haben, finde ich es besonders wichtig, mich im Zweifelsfall für den Schutz des hilflosen "hirntoten" Menschen einzusetzen. Sind wir nicht die Zunft, die sich zur Aufgabe gemacht hat unsere Patienten vor Schaden und Unrecht zu bewahren?

... Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht. Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten... (Auszug Hippokratischer Eid).

Ist die Entnahme eines lebenswichtigen Organes nicht viel schlimmer als ein Gift zu verabreichen ?? Und gehört es nicht auch zu meiner Pflicht als Ärztin, für ein würdiges Sterben einzutreten bis der Sterbeprozess abgeschlossen ist? Ob man es "Seele" oder "Lebenskraft" nennen will, das was in uns lebt (auch im Menschen, dem ein Hirntod diagnostiziert wird) will auf gute Weise verabschiedet sein, bis sie den Körper freiwillig und im natürlich verlaufenden Sterbeprozess verlässt.

Ansonsten könnte - wenn es eine Weiterexistenz nach dem Tode gibt - dieser überaus gewaltsame Tod Nachwirkungen haben - für den Organspender selbst (der dadurch zum Opfer wird, was in nächster Inkarnation zuTäterschaft führen kann) und für die gesamte Menschheit.

In Zeiten der Quantenphysik sollten wir über die ignorante Haltung "Ich glaube nur was ich sehe" doch weit hinaus sein, oder etwa nicht?