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Dtsch Arztebl 2004; 101(33): A-2270


CV

Palliativmedizin: Stufenschema bei opioid-bedingter Obstipation

VARIA


Tumorpatienten, die wegen der Gabe eines starken Opioids als Begleitmedikation ein Laxans benötigen, sollten nach Aussage von Prof. Eberhardt Klaschik (Bonn) primär mit Macrogol behandelt werden. Gegenüber anderen Laxanzien habe Macrogol (zum Beispiel Isomol®, Schwarz Pharma) den Vorteil, nicht metabolisiert zu werden und keine Gasbildung zu verursachen. Das Präparat bewirke vielmehr eine Hydratisierung des Stuhls, entziehe dabei dem Körper aber weder Flüssigkeit noch Elektrolyte. Klaschik: „Das ist in der Palliativmedizin sehr wichtig, da die Patienten wenig essen und oft auch kaum mehr trinken.“ Für Macrogol spreche außerdem dessen lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Lässt sich mit dem Wirkstoff allein die Obstipation nicht befriedigend behandeln, so sei eine Kombinationstherapie erforderlich. Als Partner sei primär Natrium-Picosulfat geeignet; in der folgenden Stufe kämen ein Senna-Präparat und Paraffin infrage. In hartnäckigen Fällen könne auch eine Behandlung mit Senna plus Paraffin und Amidotrizoesäure versucht werden oder Rhizinusöl. Die manuelle Ausräumung muss nach Meinung von Klaschik immer das Mittel der letzten Wahl sein. Es sollte alles versucht werden, Tumorpatienten diese schmerzhafte Prozedur zu ersparen. CV
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